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esther maria magnis privat pfarrbriefservice 1Foto: Peter Weidemannn, in: pfarrbriefservice.de

Im Titelbild sehen wir graphisch dargestellt, wenn wir den Blick für die Not verlieren und die Not eines Menschen ausblenden.
Not sehen - das fängt bei einem selbst an. Womit habe ich so meine lieben Nöte, was leidet in mir und wo suche ich nach Veränderung und Heilung?
Not sehen - in der Nachbarschaft: braucht da jemand Hilfe und Unterstützung, vielleicht nur eine Hilfe beim Einkaufen oder sind es die Geflüchteten nebenan, die mit ein paar Tipps vielleicht leichter in einem für sie fremden Land zurecht kommen können.

Wer die Not sieht und den Blick nicht wendet, wird erkennen, was gerade nötig ist, um dem zu helfen, der friert und Hilfe braucht, wie es die Kindergartenkinder an St. Martin in beeindruckenden Feiern vor  Augen führen und die Herzen bewegen. 
Bei den Friedhofsgängen an Allerheiligen und Allerseelen denken wir an unsere Verstorbenen und ihre Nöte. Es stehen aber auch Dankbarkeit und Erinnerung im Mittelpunkt. 
Wenn mit dem November sich mehr und mehr die Natur verändert und kahle Bäume, Nebelschwaden und immer kürzere Tage uns mehr und mehr auf uns selbst besinnen lassen, spüren wir wehmütig so
manche verpasste Chance des Jahres, den Nächsten zu sehen.
Auf die Frage Jesu, wer mein Nächster ist, schenkt er uns mit dem Gleichnis des barmherzigen Samariters eine Blaupause, was wir tun können, um die Not des Nächsten zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Sehen ist das eine, aber das Handeln gehört auch dazu. Wieso also nicht mit der Frau sprechen, die einsam ihre Wege im Dorf geht, oder dem Geflüchteten freudig zulächeln, wenn sich wieder einmal die Wege kreuzen oder ... .
Not sehen - heute und jetzt und in diesen besonderen Zeiten, wo Kriege die Welt erschüttern und unendliches Leid und Not verursachen. Behaltet alle Nöte im Blick, wo immer ihr sie spürt und handelt, wie Jesus es getan hätte.
Die Liebe steht über allem - getreu dem wichtigsten Gebot: „Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“ (Mk 12, 30,31)
Bernd Wagenhäuser

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